Montessori Spiele

 

Je nachdem, wie man es sieht, handelt es sich bei den Begleitmaterialien zu Maria Montessori Lehr- und Lernmethode, um Spiel- oder um Lernmaterial. Kinder sehen Montessori-Materialien wahrscheinlich garantiert als Spielmaterial an! Denn wenn Kinder sich mit Montessori-Material beschäftigen, haben sie, sofern das Material ihrer Alterskategorie entspricht und sie altersmäßig offen sind für die entsprechenden Lerninhalte, eigentlich immer das Gefühl, zu spielen: es macht Spaß, und sie sind konzentriert und „voll bei der Sache“.

 

Montessori Spiele und sensible Phasen

 

Die „sensiblen Phasen“, auch die „sensitiven Phasen“ genannt, sind ein Phänomen, das Maria Montessori bei der Arbeit mit allen Kindern entdeckt hat: sie stellt fest, dass Kinder in bestimmten Phasen eine besondere Empfänglichkeit und Bereitschaft für die Aneignung bestimmter Fähigkeiten haben. Welche Fähigkeiten das sind, variiert von Kind zu Kind, altersmäßig lassen sich die sensiblen Phasen jedoch ungefähr einordnen. Während der sensiblen Phasen richtet sich die Aufmerksamkeit des Kindes auf bestimmte Bereiche seiner Umgebung – es handelt sich dabei beispielsweise um den Spracherwerb, den Sinn für Ordnung, Bewegung oder den Sinn für Gut und Böse. Jede sensible Phase schafft eine Grundlage für die folgende.

 

Es ist daher wichtig, Montessori Spiele in der sogenannten „vorbereiteten Umgebung“ so „in Reichweite“ zu stellen, dass Kinder entsprechend ihrer sensiblen Phasen angesprochen werden können und sie zur Verfügung stehen.

 

Einige Beispiele für Montessori Spiele

 

Es gibt viele Montessori Spiele, mit denen Kindern sich alleine beschäftigen können. Da der soziale Aspekt beim Spielen auch sehr wichtig ist und soziale Fähigkeiten darüber sehr gut erlernt werden können, wollen wir hier ein paar Montessori Spiele für mehrere Kinder vorstellen.

 

Apfelbaum-Spiel

 

Mit diesem Montessori-Spiel, das sich gut zu mehren Kindern spielen lässt, lernen Kinder auf spielerische Weise Addition und Subtraktion. Die Zeit vergeht im Fluge und man hat dabei noch zu Mehreren Spaß! Das Spiel ist schön anzusehen: auf einer Holztafel ist ein Apfelbaum aufgezeichnet, der über insgesamt 36 Löcher verfügt – 36 grüne „Äpfel“, d.h., kleine Holzkugeln mit einem Stecker lassen sich in die Löcher der Baumkrone an die Äste stecken. Es können zwischen und Kindern mitspielen. Zum Spiel gehört außerdem ein Würfel. Reihum wird nun gewürfelt. Es werden jeweils die Anzahl an Äpfeln, die gewürfelt wurde, auf den Baum gesteckt, bzw. wenn der Baum voll ist, die Anzahl an Äpfeln vom Baum gepflückt! Das Apfelbaum-Spiel ist für Kinder ab 6 Jahren gedacht.

 

Das Bank-Spiel

 

Das Bank-Spiel ist ebenfalls ein Montessori Spiel aus dem Bereich Mathematik, an dem mehrere Kinder Spaß haben können und gleichzeitig den Umgang mit großen Zahlen, das große Einmaleins und die Multiplikation bis zur Million ohne konkrete Hilfsmittel wie z. B. das Perlenmaterial, zu lernen.

 

Bis zu fünf Kinder, von denen jedes eine Rolle übernimmt, führen in Teilschritten zusammen Multiplikationen mit ein- und mehrstelligen Multiplikatoren aus. Verschiedene Kartensätze mit Zahlenaufdrucken stehen für Multiplikatoren, Multiplikanden bzw. Produkte und Teilprodukte. Unter den Kindern werden die Rollen des Rechners, Bankiers, Wechlslers, Schreibers und Prüfers verteilt. Nehmen weniger Kinder am Spiel teil, übernehmen Kinder entsprechend mehr Rollen. Eine Multiplikationsaufgabe wird vorgegeben, anschließend legt der Rechner Multiplikator und Multiplikand aus und errechnet die Teilprodukte, der Bankier findet entsprechende Karten für die Teilprodukte, der Wechsler kontrolliert die Karten zum Teilprodukt und wechselt bei Bedarf in andere Stellenwerte um, der Schreiber schreibt Aufgabe, Teilprodukte und Endergebnis auf und der Prüfer schließlich überwacht alle Tätigkeiten der Mitspieler. Das Bank-Spiel eignet sich für eine Spielerrunde ab 8 Jahren.

 

Wir wünschen viel Spaß und Erfolg mit Montessori Spielen!